Von Möllemann bis Müller: Udo Kreikenbohms Fotos im Museum

20 Jahre arbeitete Udo Kreikenbohm als Bildredakteur in Hattingen. Die Quintessenz seiner journalistischen Arbeit ist ab dem kommenden Wochenende im Stadtmuseum Hattingen zu sehen. Ich durfte beim Aufbau der Ausstellung dem Fotografen über die Schulter schauen und habe viel Vergessenes wiederentdeckt – Personen, Veranstaltungen, Ereignisse. Schon deshalb lohnt ein Ausstellungsbesuch in Blankenstein. Das Titelfoto zu diesem Beitrag, eine Kollage von rund 130 Hattinger Gesichtern, stammt übrigens auch von Udo Kreikenbohm.

Udo Kreikenbohm stellt ab dem Wochenende im Stadtmuseum aus. Foto: Lars Friedrich

Udo Kreikenbohm stellt ab dem Wochenende im Stadtmuseum aus. Foto: Lars Friedrich

Jürgen W. Möllemann landet mit dem Fallschirm auf dem Hüttengelände und Johannes Rau trifft auf dem Untermarkt Bergleute; Till Schweiger bei Dreharbeiten in Hattingen und Franz Müntefering beim Seniorentanz in der Sporthalle. Als Fotograf der Hattinger Tageszeitung hatte Udo Kreikenbohm von 1992 bis 2013 Gelegenheit, hautnah Promis in Hattingen zu fotografieren.

Rau, Bierhoff, Möllemann und Wüllner. Fotos: Kreikenbohm

Aber auch die Hattinger Originale „Bananen Herbert“ Schnabel  oder Herr und Frau Müller sind auf den rund 130 Fotografien (einige Motive sind auf fast zwei Metern Breite abgezogen) zu entdecken, die für die Ausstellung „Bilderrauschen“ ausgewählt wurden. Was mir sehr gut gefällt: Neben Personen findet sich auch viel Zeitgeschichte –  Hattinger, die am 11. September in der TV-Abteilung von Karstadt ungläubig auf die brennenden Twin Towers schauen, der von Sturm Kyrill zerfurchte jüdische Friedhof an der Blankensteiner Straße oder die Fassade der Blankensteiner Seilwerke Puth vor dem Bau des Rewe-Supermarktes markieren Ereignisse, an die sich sicher der eine oder andere Hattinger erinnern wird.

Familie Müller und Bananen Herbert. Fotos: Kreikenbohm

Familie Müller und Bananen Herbert. Fotos: Kreikenbohm

Die Fotoausstellung von Ude Kreikenbohm (alle gezeigten Bilder sind Auftragsarbeiten, aber nicht alle Bilder sind auch in der Zeitung erschienen) im Stadtmuseum Hattingen ist vom 25. März bis 30. April 2017 zu sehen (Öffnungszeiten hier). Rund um die Bilder gibt es auch ein attraktives Begleitprogramm, bei dem man unter anderem mit dem Fotografen ins Gespräch kommen kann. Für Jugendliche ab 11 Jahren gibt es in den Osterferien einen Workshop, bei dem die Teilnehmenden mit Kamera und Gopro unterwegs sein werden. Und von Udo Kreikenbohm wird es demnächst noch mehr in Hattingen zu sehen geben – die Fotoausstellung „Berührte Landschaften“ soll demnächst im LWL Industriemuseum Henrichshütte zu sehen sein, das zusammen mit Robert Laube herausgegebene Buch zu dieser Ausstellung ist bereits 2016 im Klartext-Verlag erschienen.

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#MyInstagram im März

Sieben Tage, sieben Bilder: Blick aus dem Studienkreis Hattingen zur evangelischen Kirche.

10 Dinge, die du in Hattingen unbedingt machen solltest

Mittelpunkt der Hattinger Altstadt: die St. Georgs-Kirche. Foto: privat

Mittelpunkt der Hattinger Altstadt: die St. Georgs-Kirche. Foto: privat

Hattingen zählt zu den schönsten Fachwerk-Städten des Ruhrgebiets und ist mit rund 56.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt im Ennepe-Ruhr-Kreis. Hattingen wird immer wieder die Altstadt des Ruhrgebiets genannt und hat besonders bei Tagestouristen eine starke Anziehungskraft. Aber was hat Hattingen eigentlich zu bieten? Damit sich Besucher einen ersten Überblick verschaffen können, habe ich einen persönlichen Guide zusammengestellt mit Dingen, die man in Hattingen unbedingt gesehen und gemacht haben sollte.

Das Ruhrtal vom Isenberg aus gesehen. Foto: privat

Das Ruhrtal vom Isenberg aus gesehen. Foto: privat

1. Erklimme die Isenburg und genieße den Blick über das Ruhrtal
Der Ausblick von der Ruine der 1225 zerstörten Isenburg über den Winzer Ruhrbogen ist einmalig und entschädigt für den steilen Aufstieg auf den Isenberg. Noch 1958 war geplant, hier den „Stausee Hattingen“ zu bauen, um die Henrichshütte und den Ruhrkohlebezirk ausreichend mit Wasser zu versorgen. Die Staufläche der Ruhr sollte über zwei Kilometer lang und bis zu 300 Meter breit werden. Der Ruhrsee kam nicht, wohl aber 1959 eine Verlegung des Flusses, um der Henrichshütte mehr Platz zu verschaffen. Ab dem 1. November 1959 befand sich die Ruhr in ihrem neuen, etwa 1,5 Kilometer langen Bett und der Fluss verkürzte sich dadurch um einige hundert Meter.
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#MyInstagram im Februar

Kirchenruine bei Haus Weitmar. #bochum #weitmar #kirche #church #ruine

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Um die Zeit des 11. Jahrhunderts wurde die Sylvesterkapelle bei Haus Weitmar in Bochum errichtet. Das 1397 erstmals urkundlich erwähnte Gebäude erlebte eine wechselvolle Geschichte. Nachdem es 1464 zunächst zu einer Filialkirche der katholischen Stammpfarre Bochum ausgebaut wurde, wandelte es sich im Zuge der lutherischen Reformation zu einem evangelischen Gotteshaus. Herrenhaus und Sylvesterkapelle wurden durch einen Fliegerangriff im Mai 1943 bis auf die Außenmauern zerstört.

Wieder ein Mayerling-Buch: Aber der Herr D. ist nicht der Prinz M.

Heute also ist es mal wieder soweit: Pflichterinnerung an einen der dunkelsten Tage des österreichischen Kaiserhauses, denn am 30. Jänner 1889 starb im niederösterreichischen Mayerling der Erzherzog Kronprinz Rudolf, einziger Sohn von Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth. Der Skandal: Neben dem toten Thronfolger fand man – ebenfalls tot – die erst 17-jährige Baronesse Marie von Vetsera. Dank ungeschickter Vertuschungs- und Geheimhaltungsaktivitäten zu dieser zweiten Leiche war schnell der Mythos Mayerling geboren, der auch 127 Jahre später noch immer Hobbyforscher und Fachautoren beschäftigt…

Das Buch "Mayerling 1889" mit einer meiner Leihgaben, einem Aschenbecher aus dem Jagdschloss des Kronprinzen. Foto: LRF

Das Buch „Mayerling 1889“ mit einer meiner Leihgaben, einem Aschenbecher aus dem Jagdschloss des Kronprinzen. Foto: LRF

Der Kunst- und Kulturhistoriker Dr. Hannes Etzlstorfer stellt in einem jetzt erschienenen Bildband zur Causa Mayerling nicht nur übersichtlich und informativ die bekannten Fakten und Hintergründe dar, die zur Tragödie von 1889 geführt haben. Als Kurator der Ausstellung auf dem Gelände des einstigen kronprinzlichen Privat-Schlosses in Mayerling hatte er auch Zugang zu Bild- und Archivmaterial, von dem vieles nun zum ersten Mal veröffentlicht wurde. Weiterlesen