Mit dem A, B, C durch Hattingen: Das D wie Dom St. Mauritius

Mit dem ABC durch Hattingen/Ruhr – keine leichte Aufgabe, aber lösbar. Gerne greife ich die Blogparaden-Idee der Hagener Autorin Birgit Ebbert auf und stelle in loser Folge Hattingen in 26 Etappen vor. Heute: D wie Dom in Niederwenigern.

Dieter Bonnekamp (links) vom Heimat- und Burgverein Essen-Burgaltendorf e.V.  erklärt den Teilnehmern des ersten Hattinger Schnadeganges den Dom zu Niederwenigern. Foto: Lars Friedrich

Dieter Bonnekamp (links) vom Heimat- und Burgverein Essen-Burgaltendorf e.V. erklärt den Teilnehmern des ersten Hattinger Schnadeganges den Dom zu Niederwenigern. Foto: Lars Friedrich

Als Wien-Fan kommt man ja nicht umhin, sich mit den Prachtbauten der Ringstraße zu beschäftigen – dem Burgtheater, dem Parlament, dem Rathaus. Wie ich jetzt den Bogen zum Hattinger Stadt-ABC hinbekomme? Über Friedrich Schmidt. Der 1825 im württembergischen Frickenhofen geborene Schmidt (ab 1886 Friedrich Freiherr von Schmidt) war ein bekannter Architekt der Wiener Ringstraßenzeit, der den neugotischen Stil etablierte und das Wiener Rathaus plante – und die neugotische, dreischiffige Hallenkirche St. Mauritius in der Mitte von Hattingen-Niederwenigern.

Die Kirche St. Mauritius im Stadtteil Niederwenigern wurde erstmals 1147 in einer Urkunde genannt, in der Papst Eugen III. der Abtei Deutz ihre geistlichen
Besitzungen bestätigt. Doch von der ersten Kirche ist heute auch nur noch der Turm (43,16 Mieter hoch, ca.12.Jahrhundert) erhalten. Wegen des Anstiegs der Zahl der Gemeindemitglieder im 19. Jahrhundert durch Industrialisierung und Bergbau beschloss die Gemeinde, eine neue, größere Kirche zu bauen. Den Bauplan der neugotischen Kirche entwarf Friedrich von Schmidt, Domwerkmeister in der Kölner Dombauhütte. Die Grundsteinlegung erfolgte im Jahr 1858 und am 4.Juli 1861 weihte der Paderborner Bischof Conrad Martin das Gotteshaus. Die denkmalgeschützte Kirche hat eine Gesamtlänge von 55,5 Meter, die Breite des Kirchenschiffs einschließlich Sakristei und Heizungsraum beträgt 31 Meter, die Höhe des Kirchenschiffs beträgt 21,89 Meter.

Sehenswertes in der Kirche: ein spätromanischer, achteckiger Taufstein, Mahnmal des Seligen Nikolaus Groß, Schrein mit Gebeinen des Hl. Mauritius und seiner Gefährten. Mehr im Online-Kirchenführer unter http://www.mauritiusdom-hattingen.de/_data/Kirchenf_hrer_Buch.pdf

Übrigens: Der riesige Dom ist gar kein „richtiger“ Dom – die Kirche wird wegen seiner für eine Dorfgemeinde ungewöhnlichen Größe im Volksmund auch „ Dom“ genannt, aber die Größe der Kirche entsprach den Bedürfnissen der damaligen Zeit, gehörten doch zum Kirchspiel St. Mauritius auch Hinsbeck (Essen-Kupferdreh), Altendorf (Essen–Burgaltendorf), Byfang (Essen-Kupferdreh), Dumberg, Linden und Dahlhausen (Bochum). Seit 1970 gehört die Kirchgemeinde St. Mauritius Hattingen- Niederwenigern zur Stadt Hattingen und seit 2006 zur Pfarrei St. Peter und Paul in Hattingen.

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