Sonderausstellungen preiswerter Stadt stellt Museumskonzept vor

Am 15. Dezember 2011 gab der Rat der Stadt Hattingen unserem Stadtmuseum eine neue Entgeltordnung: Der Eintritt zur Dauerausstellung sollte zukünftig frei sein, und für die Wechselausstellungen wurde ein Entgelt von 4 Euro festgesetzt. Hintergrund der damaligen Entscheidung: die interkommunalen Zusammenarbeit zwischen dem Märkischen Museum Witten und dem Stadtmuseum Hattingen und die „hohe Wertigkeit der Kooperationsausstellungen“. Nun wird die Museumsehe beendet und der Zutritt zu Sonderausstellungen soll zum 1. März 2015 auch wieder 2 Euro kosten.

Das Stadtmuseum Hattingen setzt künftig auf lokale Vernetzung. Foto: Lars Friedrich

Das Stadtmuseum Hattingen setzt künftig auf lokale Vernetzung. Foto: Lars Friedrich

„Free admission“ steht am Eingang des British Museum in London – so wie an den meisten Museen der britischen Hauptstadt. Und auch die meisten Gedenkstätten, regionale und historische Museen sowie Sammlungen unserer Hauptstadt gewähren generell freien Eintritt. In Hattingen gilt das seit 1. Februar 2012 für den Zugang zur stadtgeschichtlichen Dauerausstellung im Blankensteiner Museum. Doch für einen Besuch einer Sonderausstellung wurden seit der Zusammenarbeit mit dem Wittener Museum 4 Euro fällig. Das will die Verwaltung ändern und schlägt wieder 2 Euro vor, denn: „Hinsichtlich der Auswirkung auf die Einnahmesituation des Stadtmuseums wird davon ausgegangen, dass der negative Trend durch die Änderung der Entgeltordnung und der Öffnung des Museums für ein breiteres Publikum nicht nur gestoppt werden kann, sondern sich die Einnahmesituation positiv entwickelt.“ Führungen sollen künftig 30 statt bisher 25 Euro kosten.

Ein Blick in die Dauerausstellung des Stadtmuseums. Foto: Lars Friedrich

Ein Blick in die Dauerausstellung des Stadtmuseums. Foto: Lars Friedrich

Die „Öffnung des Museums für ein breites Publikum“ soll, so die Verwaltung im neuen Museumskonzept, die derzeitige Museumspädagogin des Hauses als neue Museumsleiterin vorantreiben, unterstützt von Honorarkräften. Sie sollen gemeinsam neue Ausstellungsmöglichkeiten erschließen: Kunsthochschulen könnten Abschlussarbeiten präsentieren, im „Jungen Museum“ sollen die Kunst-Leistungskurse der Hattinger Schulen ausstellen und Wettbewerben mit regionalen Künstlerinnen und Künstlern könnten Arbeiten hervorbringen, die (ausgewählt durch eine externe Jury) in einer Ausstellung präsentiert werden können.

Das neue Konzept soll zügig umgestezt werden: Bis Ende Februar 2015 will man noch Skulpturen von Jinmo Kang zeigen, von September bis Mitte November 2015 die Miet-Fotoausstellung „Kindheit in der Nachkriegszeit (1945 – 1955)„, ergänzt mit Leihgaben von Hattinger Bürgerinnen und Bürgern. Parallel ist man wieder mit der Naturheilkundeklinik in Blankenstein im Gespräch, um die schon einmal abgesagte Naturheilkunde-Schau doch noch zu realisieren.

Mit dem neuen Verwaltungskonzept zur Weiterführung des Stadtmuseums am Standort Blankenstein soll, so die Verwaltung, die „wichtige und erfolgreiche Arbeit des Stadtmuseums auch nach Beendigung der Kooperation mit dem Museum Witten fortgesetzt werden.“ Natürlich verspricht man sich auch vom Umzug der VHS- und Musikschulverwaltung nach Blankenstein viel – z.B. Urlaubs- und Krankheitsvertretungen, schnelle Kommunikation, kürzere Dienstwege. „Alles in allem wird den Besucherinnen und Besuchern des Museums weiterhin ein ausgewählt gutes, modernes und vielfältiges Programm angeboten“, so die Stadt in der Sitzungsvorlage für den Kulturausschuss am 11. September (17 Uhr, Rathaus).

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