Auroras schwarzes „Herz aus Holthausen“ wiederentdeckt

Während der Vorbereitung der Bergbau-Ausstellung HATTINGEN UNTERTAGE bei uns im Museum im Bügeleisenhaus hatte ich mehrfach von besonders geformten Gesteinsfunden auf der Holthauser Zeche Aurora gehört – allerdings immer nur Geschichten vom Hörensagen. Gestern nun erhielt ich einen Anruf – Auroras schwarzes Herz gibt es wirklich!

Auroras schwarzes Herz aus Holthausen. Foto: Lars Friedrich

Auroras schwarzes Herz aus Holthausen. Foto: Lars Friedrich

Gefunden hat das außergewöhnlich geformte Kohlenstück in Herzform Otto Käthler, der im Schacht Eugen Eickmann der Steinkohlenzeche „Gewerkschaft Aurora“ in Holthausen gearbeitet hat. Gisela Käthler, seine Witwe, hat mir das „coeur noir“ zusammen mit persönliche Papieren für die Dauer der Bergbau-Ausstellung überlassen: „Wir wohnten damals in der Aurora-Sieldung in Holthausen. An einem Abend kam mein Mann von der Schicht zu uns nach Hause und hatte dieses große, schwarze Herz dabei.“ Käthler hatte es unter Tage am Abraum gefunden. Gisela Käthler erinnert sich: „Der Steiger wollte diesen Stein damals unbedingt haben, aber mein Mann hat regelrecht um ihn gekämpft und ihn mir geschenkt.“

Schacht Eugen Eickmann der Gewerkschaft Aurora in Holthausen. Foto: Stadtarchiv Hattingen

Schacht Eugen Eickmann der Gewerkschaft Aurora in Holthausen. Foto: Stadtarchiv Hattingen

Gisela Käthler hütete das besondere Kohlenstück, an das sie viele positive Erinnerungen knüpfte, über viele Jahre und das „Herz aus Holthausen“ begleitete sie bei mehreren Umzügen; zuletzt lag es auf dem Fernsehtisch und gab dort den Stromkabeln dort Halt.Ab dem 17. Mai ist es dann bis 6. Dezember im Museum im Bügeleisenhaus in Hattingen ausgestellt. Otto Käthler wurde am 15. Mai 1929 in Palschau (heute Palczewo) bei Danzig geboren und kam – ebenso wie seine spätere Frau Giesela – mit einem Flüchtlingstreck nach Kriegsende über Bochum nach Hattingen. Am 2. Juni 1953 legte er auf Zeche Aurora als Schlepper an. Bei Zechenschließung 1965 war er als Hauer untertage tätig und fand bei der Firma Bettermann in Wuppertaler eine neue Anstellung. Während man immer wieder kleine und große Steine in Herzform findet, konnte mir das Internet kein Vergleichsobjekt aus Kohle präsentieren. Daher die Frage an alle Leser – besonders jene, deren Angehörige in den Schächten der Gewerkschaft Aurora tätig waren: Wer hat noch besonders geformte Steinkohlestücke, die aus den Schächten Eugen Eickmann oder Barbara gefördert wurden? Dann bitte gerne melden…

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