Mit der Taschenlampe auf der Suche nach Pferden und Fratzen

Pflanzen, Flüsse oder Berge sucht man vergebens.
Prof. Dr. Gerd-Christian Weniger
Direktor Neanderthalmuseum

Höhlenbären haben ihre Krallen am unteren Rand dieser Mamuthdarstellung gewetzt. Foto: Lars Friedrich

Höhlenbären haben ihre Krallen am unteren Rand dieser Mamuthdarstellung gewetzt. Foto: Lars Friedrich

Das Stadtmuseum Hattingen zeigt bis zum Stadtmuseum aktuell 24. Januar 2016 die Ausstellung Bilder im Dunkeln – Höhlenkunst der Eiszeit. Mit der Präsentation der Fotosammlung Wendel ist nach Ötzi – der Mann aus dem Eis im Jahr 2011 zum zweiten Mal eine Prähistorik-Ausstellung aus dem Neanderthalmuseum Mettmann zu Gast in Blankenstein.

Die Ausstellung liegt im Dunkeln und wird von den Besuchern als Höhlenraum mit einer Taschenlampe erschlossen. Foto: Lars Friedrich

Die Ausstellung liegt im Dunkeln und wird von den Besuchern als Höhlenraum mit einer Taschenlampe erschlossen. Foto: Lars Friedrich

Tierherden galoppieren nicht über die Steppe, sondern schweben bodenlos im Raum. Foto: Lars Friedrich

Tierherden galoppieren nicht über die Steppe, sondern schweben bodenlos im Raum. Foto: Lars Friedrich

Die Aufnahmen zeigen auch Malereien, die heute zerstört oder verwittert sind. Foto: Lars Friedrich

Die Aufnahmen zeigen auch Malereien, die heute zerstört oder verwittert sind. Foto: Lars Friedrich

Auf über 20 großformatigen Bannern (3,5 x 2,5 Meter) sind derzeit im Stadtmuseum beeindruckende Fotografien eiszeitlicher Höhlenkunst aus Europa zu sehen, die der 1915 in Bremen geborene Heinrich Wendel zwischen 1961 und 1977 in den nichtöffentlichen Bereichen von mehr als fünfzig Höhlen aufgenommen hat. Wedel war von 1964 bis zu seinem Tod 1980 Ausstattungsleiter der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf und einer der renommiertesten Bühnenbildner Deutschlands. Heute besitz das Neanderthalmuseum in Mettmann als Nachlass diese weltweit größten Sammlungen der Motive, die Jäger und Sammler der späten Altsteinzeit (35.000 bis 12.000 Jahre vor unserer Zeit) an den Wänden ihrer Behausungen verewigt hatten – Pferden, Wisenten, Steinböcken, Hirschen, Auerochsen und Mammuts sind mit Farbmineralien und Holzkohle dargestellt. Zwar konnte Wedel sein selbstgestecktes Ziel, alle bedeutenden europäischen Höhlen zu dokumentieren, nicht ganz verwirklichen (Lascaux und Tito Bustillo fehlen), doch liefern die Bilder einen tollen Überblick über die Motive der Eiszeitkünstler.

Versicherungswert 44.700 Euro, Monatsmiete 2.500 Euro: Im Stadtmuseum Hattingen ist eine Leihausstellung aus dem Neanderthalmuseum zu sehen. Foto: Lars Friedrich

Versicherungswert 44.700 Euro, Monatsmiete 2.500 Euro: Im Stadtmuseum Hattingen ist eine Leihausstellung aus dem Neanderthalmuseum zu sehen. Foto: Lars Friedrich

Die Wendelsche Sammlung dokumentiert auch die prähistorischen Kunsttechniken. Steinzeitler arbeiteten mit Farbmineralien und Holzkohle. Foto: Lars Friedrich

Die Wendelsche Sammlung dokumentiert auch die prähistorischen Kunsttechniken. Steinzeitler arbeiteten mit Farbmineralien und Holzkohle. Foto: Lars Friedrich

Diese unterirdischen Bilderwelten, die heute nur noch wenigen ausgewählten Menschen zugänglich sind, einem größeren Publikum zu öffnen, ist Ziel der neuen Ausstellung im Stadtmuseum. Die Präsentation liegt im Dunkeln und Pferde und Fratzen müssen die Besucher im Schein einer Taschenlampe finden – extra dafür hat das Stadtmuseum 50 Lampen angeschafft, die gegen Pfand auszuleihen sind. Weitergehende Informationen erhält der Besucher über Kopfhörer an fünf Influx-Audio-Möbeln. Die Ausstellung „Bilder im Dunkeln“ im Stadtmuseum ist noch bis zum 24. Januar 2016 bei freiem Eintritt zu sehen. Öffnungszeiten der Ausstellungen: Mi – Fr 15-18 Uhr, Sa/So 11-18 Uhr. Museumsleiterin Gudrun Schwarzer hat zur Ausstellung ein vielfältiges Begleitprogramm zusammengestellt.

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