Handgranate im Sisi-Museum zerlegt die halbe Hofburg…

Nach vielen Jahren Pause war ich zu Ostern wieder einmal in Wien. Die österreichische Hauptstadt ist nach London meine Lieblingsgroßstadt. Zwar ging es nach vier intensiven Tagen Stadturlaub am Ostersonntag mit Eurowings wieder in Richtung Ruhrgebiet, doch mit dem Wien-Krimi „Tod in der Hofburg“ von Beate Maxian hatte ich mir noch etwas Kaiserstadt mit nach Hause mitgenommen. Begonnen hatte ich mit der Lektüre des fünften Falls der Journalistin Sarah Pauli bereits mehr oder weniger in Tatortnähe – in dem empfehlenswerten neuen Novotel Wien City an der Aspernbrückengasse.

Ein Bombenattentat erschüttert im "Tod in der Hofburg" das ehrenwerte Kaiserhaus. Foto: Lars Friedrich

Ein Bombenattentat erschüttert im „Tod in der Hofburg“ das ehrenwerte Kaiserhaus. Foto: Lars Friedrich

9783442482856_CoverAber jetzt erst, über einen Monat später, habe ich die 384 Seiten geschafft, was nicht an der Geschichte selbst lag, sondern am Erzählstiel. Die seit 1995 in Vöcklabruck lebende Autorin lässt es zwar schon ziemlich bald im Buch richtig krachen, wenn sich auf der Toilette des Sisi-Museums in der Wiener Hofburg eine Frau mit einer Handgranate in die Luft sprengt und die halbe Burg dabei zerlegt. Und eigentlich geht es danach auch nahezu Schlag auf Schlag weiter und irgendwann liegen die nächsten Toten auf dem Wiener Parkett: Als die Besucher nach dem weltberühmten Neujahrskonzert der Philharmoniker nämlich den Konzertsaal verlassen, eröffnet ein Heckenschütze das Feuer und tötet ein Ehepaar. Der Journalistin Sarah Pauli, die das Konzert zusammen mit ihrem Lebensgefährten besucht hatte, lässt die Tat natürlich keine Ruhe: Sie recherchiert und findet einen Zusammenhang mit dem Bombenattentat im Sisi-Museum.

Auch andere haben große Last auf sich geladen. Foto: Lars Friedrich

Auch andere haben große Last auf sich geladen. Foto: Lars Friedrich

An der Geschichte an sich, die an vielen bekannten und auch einigen weniger bekannten Orten in Wien spielt, lag es nicht, dass ich das Buch immer wieder zur Seite legen musste. Viel mehr haben mich die ausschweifenden Erklärungen zu Mystik, Symbolen und Aberglauben gestört. Zudem fand ich den Aufbau der Story recht langatmig und zäh (der Wiener an sich sagt wohl „fad“) , was in einigen Passagen sehr zu Lasten der Spannung geht und meinen Lesefluss oft bremste. Beate Maxian hat die Wiener Journalistin Sarah Pauli bisher in sechs tödliche Abenteuer geschickt, die nach den Rezensionen im Netz zu urteilen anderen Lesern schöne, oftmals sogar rasante Wien-Momente bescherten. Ich werde wohl keinen weiteren Band zur Hand nehmen – aber ganz sicher bald mal wieder im Metropolen-Flugplan von Eurowings stöbern, um eigene rasante Wien-Momente zu erleben.

Beate Maxian
Tod in der Hofburg
Ein Fall für Sarah Pauli 5 – Ein Wien-Krimi
GOLDMANN
ISBN: 978-3-442-48285-6
€ 8,99 [D] € 9,30 [A] | CHF 12,50*

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