Roth, Anneke, Peiffer Watenphul: Neue Straßen ehren 3 Hattinger

Zum Weltfrauentag im März hatte ich schon einmal über weibliche Straßennamen in Hattingen geschrieben. Im Zuge von Neubauprojekten tut sich was in dieser Sache: die Stadtverwaltung wird im Bau-, Umwelt- und Verkehrsausschuss am 17. November vorschlagen, im Bereich des neuen „Wohnparks Pottacker“ drei Stichstraßen nach Franziska Anneke, nach Emmy Roth und – hier fehlt dann leider wohl die dritte Frau aus Hattingen mit überregionaler Strahlkraft – nach Max Peiffer Watenphul zu benennen. Damit steigt die Zahl der Straßen, die in Hattingen nach Frauen benannt wurden, von 11 auf 13.

Emmy Roth, fotografiert von Wanda von Debschitz-Kunowski. Foto: wikipedia

Emmy Roth, fotografiert von Wanda von Debschitz-Kunowski. Foto: wikipedia

Den Vorschlag, eine Straße nach der in ihrer Geburtsstadt fast gänzlich vergessenen Gold- und Silberschmiedin Emmy Roth zu benennen, hatte die CDU-Stadtverordnete Christiane Nicolai Anfang September öffentlich gemacht und auch die Hattinger SPD fordert jetzt, Roth mit einer Benennung im öffentlichen Straßenraum zu würdigen: Die Sozialdemokraten möchten jedoch den neu gestalteten Platz am Bügeleisenhaus „Emmy-Roth-Platz“ nennen.

Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 9 des Gymnasium Waldstraße Hattingen reinigten 2014 Roths Stolperstein am Steinhagen. Foto: Friedrich

Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 9 des Gymnasium Waldstraße Hattingen reinigten 2014 Roths Stolperstein am Steinhagen. Foto: Friedrich

Roths Familie hatte im Steinhagen das „Kaufhaus Urias“ betrieben; nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten emigrierte die Jüdin nach Palästina. Die Stadt Hattingen erinnert seit 2005 am Steinhagen mit einem Stolperstein an Emmy Roth.

Mehr zu Emmy Roth erfährt man sicher in der Ausstellung „FrauenGestalten“, die das Stadtmuseum Hattingen ein Ausstellungsprojekt in Anlehnung an die 3. Verleihung des Anneke- Preises  in Kooperation mit dem Kunstverein Hattingen vom 20. November 2016 bis 15. Januar 2017 zeigen wird. Die Finissage zur Ausstellung am Sonntag, 15. Januar 2017, soll zudem komplett der Designerin gewidmet werden, die sich 1942 in Tel Aviv das Leben nahm. Ab 11 Uhr soll an diesem Tag der Gewinnerbeitrag im Wettbewerb um den Dr. Otto-Ruer-Preis 2016 präsentiert werden, der jüngst von Bundestagspräsidenten Dr. Norbert Lammert einer Schülergruppe der Realschule Grünstraße verliehen wurde: „Auf den Spuren von Emmy Roth, der vergessenen Tochter Hattingens“.

Otto-Ruer-Preis 2016 für Roth-Beitrag

Mathilde Franziska Anneke. Foto: unbekannt

Mathilde Franziska Anneke. Foto: unbekannt

Die zweite Frau, nach der jetzt eine Straße benannt werden soll, ist Mathilda Franziska Anneke (geb. 1817). Sie verbrachte viele Jahre ihrer Jugend in Hattingen, wohnte am Obermarkt und in Blankenstein und war eine deutsche Schriftstellerin und Journalistin sowie eine der führenden Personen der US-amerikanischen Frauenbewegung. An sie erinnert seit 2010 auch der Anneke-Preis, der von den Städten Hattingen und Sprockhövel für „herausragende Verdienste im Einsatz für Frauenrechte“ im vergangenen Jahr zum dritten Mal verliehen wurde.

Letztlich soll am Pottacker auch an Max Peiffer Watenphul erinnert werden. Das Stadtmuseum Hattingen ehrt 2013 in Kooperation mit dem Märkischen Museum Witten Max Peiffer Watenphul, der 1896 in Weferlingen geboren und 1976 in Rom gestorben ist. Peiffer Watenphul hat einige Jahre seiner Jugend in Hattingen verbracht und ist im Laufe seines Lebens immer wieder für längere Zeit hierhin zurückgekehrt.

Ein Werk von Peiffer Watenphul.

Ein Werk von Peiffer Watenphul.

Blumenbildern aus dem elterlichen Garten

Die Übersiedlung Max Peiffers nach Hattingen an der Ruhr datiert 1911, dauerte zunächst bis zum Jahr 1914, in dem er sein Abitur in Hattingen ablegte. Bereits 1919 war Peiffer wieder in Hattingen als Referendar am Amtsgericht tätig. Seitdem nannte er sich Max Peiffer Watenphul. Er entschied sich allerdings für eine künstlerische Laufbahn und studierte zunächst am Staatlichen Bauhaus in Weimar. Nach der Beendigung seiner Lehrtätigkeit an der Folkwangschule in Essen hielt er sich in den Jahren 1932, 1933 und 1934 sowie 1935 bis 1937 meistens in seinem Elternhaus in Hattingen auf. In dieser Zeit entstand auch eine Vielzahl von Blumenbildern im großen elterlichen Garten.

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