10 Dinge, die du in Hattingen unbedingt machen solltest

Mittelpunkt der Hattinger Altstadt: die St. Georgs-Kirche. Foto: privat

Mittelpunkt der Hattinger Altstadt: die St. Georgs-Kirche. Foto: privat

Hattingen zählt zu den schönsten Fachwerk-Städten des Ruhrgebiets und ist mit rund 56.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt im Ennepe-Ruhr-Kreis. Hattingen wird immer wieder die Altstadt des Ruhrgebiets genannt und hat besonders bei Tagestouristen eine starke Anziehungskraft. Aber was hat Hattingen eigentlich zu bieten? Damit sich Besucher einen ersten Überblick verschaffen können, habe ich einen persönlichen Guide zusammengestellt mit Dingen, die man in Hattingen unbedingt gesehen und gemacht haben sollte.

Das Ruhrtal vom Isenberg aus gesehen. Foto: privat

Das Ruhrtal vom Isenberg aus gesehen. Foto: privat

1. Erklimme die Isenburg und genieße den Blick über das Ruhrtal
Der Ausblick von der Ruine der 1225 zerstörten Isenburg über den Winzer Ruhrbogen ist einmalig und entschädigt für den steilen Aufstieg auf den Isenberg. Noch 1958 war geplant, hier den „Stausee Hattingen“ zu bauen, um die Henrichshütte und den Ruhrkohlebezirk ausreichend mit Wasser zu versorgen. Die Staufläche der Ruhr sollte über zwei Kilometer lang und bis zu 300 Meter breit werden. Der Ruhrsee kam nicht, wohl aber 1959 eine Verlegung des Flusses, um der Henrichshütte mehr Platz zu verschaffen. Ab dem 1. November 1959 befand sich die Ruhr in ihrem neuen, etwa 1,5 Kilometer langen Bett und der Fluss verkürzte sich dadurch um einige hundert Meter.
www.burg-isenberg.de

Hinter dem Hattinger Ruhrwehr starten die Kanutouren. Foto: privat

Hinter dem Hattinger Ruhrwehr starten die Kanutouren. Foto: privat

2. Mache eine Kanutour auf der Ruhr
Wo wir gerade schon bei der Ruhr sind: Auf dem Fluss ist richtig was los. Man kann als Gruppe eine Fahrt auf einem Party-Floß buchen oder mit dem Kanu das Gewässer erkunden. Auf der Paddeltour Richtung Bochum-Dahlhausen werden eine Bootsrutsche und ein Wasserschwall befahren. Besonders geeignet für Einsteiger und Touristen zum Kennenlernen der Region!
www.ruhr-kanu.de/hattingen-bochum-dahlhausen.html

Auf dem Friedrichsberg, zu dem seit ca. 1837 der heute ziemlich verwilderte Schneckengang führt. Foto: privat

Auf dem Friedrichsberg, zu dem seit ca. 1837 der heute ziemlich verwilderte Schneckengang führt. Foto: privat

3. Spaziere auf den Spuren eines preußischen Kronprinzen
1808 wurde in Blankenstein von Kommerzienrat Carl Friedrich Gethmann „zur Freude und Erholung seiner Mitbürger und aller Besucher des Städtchens Blankenstein“ ein ganz besonderer Park angelegt: Der „Gethmann´sche Garten“, der in seiner Gestaltung dem zeitgenössischen Ideal des Landschaftsgartens entsprach, gehörte zu den ersten öffentlichen Gärten in Deutschland, die jedem Bürger frei zugänglich waren. Aber der Garten zog nicht nur Bürger, sondern auch Adelige an: Am 19. Oktober 1833 lustwandelte dort zum Beispiel der preußische Kronprinz und spätere König Friedrich Wilhelm IV. Ohne das ehrenamtliche Engagement des Heimatvereins Hattingen wäre der denkmalgeschützt Park heute sicher noch mehr verwildert. Doch öffentliche Förderung scheint möglich: Er soll ein Hattinger Beitrag zur Internationalen Gartenausstellung 2027 werden und auch in der Bewerbung für die Regionale 2022/ 2025 ist der Garten Bestandteil.
www.hvb-blankenstein.de

Mit der App geht es zu besonderen Punkten der Hattinger Altstadt. Archivfoto: privat

Mit der App geht es zu besonderen Punkten der Hattinger Altstadt. Archivfoto: privat

4. Starte deine eigene stadtgeschichtliche Führung
Mit der Hattingen-App kannst du eine Stadtführung auf eigene Faust machen und erfährst über den Audioguide der App alles, was du über die gute Stube des Ruhrgebiets wissen musst. Die App von Hattingen Marketing eröffnet Einheimischen wie Stadtbesuchern einen Blick auf Hattinger Sehenswürdigkeiten, Geschichte und Kultur und ist mit Veranstaltungsinformationen, Immobilienangeboten und Wetterinfos gepimt. Wer keine Smartphone-Apps mag, folgt dem ausgeschilderten historischen Stadtrundgang zu den schönsten Ecken und Winkeln.
www.hattingen-marketing.de

Die Stadtwaage erinnert an die Hattinger Hanse-Tradition. Foto: privat

Die Stadtwaage erinnert an die Hattinger Hanse-Tradition. Foto: privat

5. Verweile in den Gassen alten Hansestadt Hattingen
Wer eine richtige Hansestadt besuchen will, muss nicht nach Hamburg, Bremen, Lübeck, Rostock oder Stralsund fahren – er kann auch nach Hattingen kommen. Schließlich waren es Kaufleute aus Westfalen, die auf ihren Handelszügen erst Lübeck besiedelten und dann von dort über Riga und Nowgorod den russischen Handelsraum erschlossen. In ihrer Blütezeit waren fast 200 Städte in der Hanse (althochdeutsch: Hansa = Gruppe, Gemeinschaft) zusammengeschlossen. Hattingens Hansezugehörigkeit geht bis ins frühe 15. Jahrhundert zurück. Aber auch wenn unsere Stadt keine herausragende Rolle in der großen Hansepolitik spielte, dürfte man erheblich von den hervorragenden Kontakten der Hanse zu den bedeutenden europäischen Wirtschaftszentren profitiert haben: Ab dem 15. Jahrhundert sind Kaufleute aus Hattingen und Blankenstein unter anderem in Lübeck, Danzig, Reval, Riga, Stockholm, Prag und Antwerpen zu finden.

Hinter dem Hattinger Ruhrwehr starten die Kanutouren. Foto: privat

Der Horkenstein vor dem Reschop-Carré. Die Schatten spendenden Bäume gibt es heute leider nicht mehr. Archivfoto: privat

6. Besuche einen sagenumwobenen alten Steinriesen
Er wurde bedichtet, er wurde besungen, er wurde gemalt und er wurde zum Inhalt einer Sage: der Horkenstein. Bis zu seinem Umzug an die Hattinger Bahnhofstraße 1876 lag der Steinriese in einem Eichenhain in der damals zum Amt Hattingen gehörenden Gemeinde Linden. 1984 zog er an die Reschop-Kreuzung um, wo er heute noch zu finden ist. Lange wurde der erstmals um 1749 erwähnte Monolith als heidnischer Opferstein mit Blutrinne, als germanischer Kalenderstein oder als Menhir der Jungsteinzeit gedeutet. Heute neigen Experten zu der Einschätzung, dass dieses Naturdenkmal sein Aussehen dem gescheiterten Versuch verdankt, einen großen Stein zu zerkleinern.

Das Gräberfeld von Holthausen. Foto: privat

Das Gräberfeld von Holthausen. Foto: privat

7. Wandere auf den Spuren der Steinzeitmenschen
Es dürfte selbst Hattingern kaum bekannt sein, dass sich auf dem Ausläufer eines Höhenrückens im Ortsteil Holthausen das wohl reichste vorgeschichtliche Gräberfeld der Umgebung befindet. Die Anlage der Kultstätte lässt auf die außerordentliche Bedeutung dieses Platzes schließen und zeugt von der frühen Besiedlung der Gemeinden Welper und Holthausen. 1934, 1957 und 1959 wurden drei der fast 30 Steinkastengräber (3-6 Meter Durchmesser, 0,6-1,1 Meter Höhe) aus dem Endneolithikum (2.800 bis 2.000 v. Chr.) geöffnet – leider ohne dass spektakuläre Funde überliefert wurden. Die steinzeitlichen Streitäxte und der stattliche Mammutzahn im Stadtmuseum wurden im übrigen Stadtgebiet gefunden.
www.hattingen.de/stadt_hattingen/Tourismus/Museen/Stadtmuseum

Wunderbar wanderbar: die Elfringhauser Schweiz. Foto: privat

Wunderbar wanderbar: die Elfringhauser Schweiz. Foto: privat

8. Treffe auf den Erstbesteiger der Eiger-Nordwand
Wer hätte gedacht, dass man mitten im Ruhrgebiet auf den Alpinisten und Erstbesteiger der Eiger Nordwand, Anderl Heckmair, trifft? Der Journalist Uli Auffermann richtete vor mehreren Jahren das Anderl-Heckmair-Stüberl in der Elfringhauser Schweiz ein und schilderte im Hügelland einen nach Heckmair benannten Wanderweg aus. Das Stüberl befindet sich am Café-Restaurant „Waldhof“ an der Elfringhauser Straße, wo auch der gleichnamige Weg beginnt, der sich als Rundweg mit vielen Informationstafeln zum Leben und Wirken des Bergsteigers rund zweieinhalb Kilometer durch die Elfringhauser Schweiz zieht.
www.uliauffermann.de

9. Lasse dich mit heimischen Spezialitäten verwöhnen
Wer intensiv eine Stadt erkundet und ihre Bewohner kennen lernen möchte, der muss auch ihre Spezialitäten genießen. So sollte unbedingt der Hattinger Panhas mit Preiselbeeren, Apfel-Meerrettich oder Rübenkrautprobiert werden. Der kulinarischen Spezialität aus der Pfanne widmen die heimischen Gastronomen alljährlich im Herbst das Panhas-Fest. Zu den leckeren Torten nach heimischen Rezepten, die viele Cafés im Schatten der St. Georgs-Kirche offerieren, oder auch zu schmackhaften Brötchen aus der einzigen Bäckerei mit Backstube in der Altstadt sollte natürlich auch Kaffee aus Hattingen getrunken werden – frisch geröstet in der Mayola Kaffeerösterei, die eine alte Rösttradition aus und in der Ruhrstadt wiederaufleben lässt.
www.mayola.de

Blick in die Isenburg-Ausstellung im Museum im Bügeleisenhaus. Foto: privat

Blick in die Isenburg-Ausstellung im Museum im Bügeleisenhaus. Foto: privat

10. Erfahre, wie man in einem alten Fachwerkhaus lebt
Die Altstadt mit ihren 142 denkmalgeschützten Fachwerkhäusern lädt zum Verweilen ein – und wer wissen möchte, wie es in so einem alten Haus aussieht, besucht samstags, sonntags oder an einem Feiertag zwischen Ostern und dem 2. Advent das so genannte Bügeleisenhaus am Haldenplatz Nr. 1. Seit 1962 gibt es in dem über 400 Jahre alten Fachwerkhaus ein Museum, das jährlich wechselnde Ausstellung zeigt – aber egal, was gerade ausgestellt wird (2017: Sammlerschätze aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis und die archäologischen Ausgrabungsfunde von der Isenburg): im Renaissancekeller und in den sechs Museumsräumen mit ihren schiefen Böden, den bleiverglasten Fenstern und den niedrigen Decken bekommt man schnell einen Eindruck vom früheren Leben im Fachwerkhaus.
www.buegeleisenhaus.de

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