St. Joseph in Welper lädt ein zu einer Weltreise mit Krippen

Heute habe ich mir Zeit genommen, um in der katholischen Kirche St. Joseph in Welper (1920 nach Plänen der Architekten Metzendorf und Schneider in der Reformsiedlung „Gartenstadt Hüttenau“erbaut) eine Krippenausstellung anzuschauen. Kompliment an die Gemeinde: Über 70 Krippen sind im Rahmen des Jahresmottos „Licht an“ zusammengetragen worden und können noch bis zum dritten Adventssonntag täglich von 10 bis 12 und von 15 bis 19 Uhr bestaunt werden. Der Eintritt ist frei.

krippenausstellung-welper-2016-foto-larsfriedrich-7

Der Krippen-Klassiker: Großfiguren aus Bochum-Stiepel. Foto: Lars Friedrich

krippenausstellung-welper-2016-foto-larsfriedrich-17

Kühl und sachlich: St. Joseph in Welper. Foto: Lars Friedrich

Zugegeben: Wann ich zuletzt die katholische Kirche im Hattinger Stadtteil Welper besucht habe, weiß ich gar nicht mehr so genau – das ist sicher schon an die 30 Jahre her. Das im Jahre 1970 sanierte Gotteshaus wirkt auf mich kühlt, groß und weit – welch ein Kontrast dazu die beeindruckende Vielfalt an Krippen: von groß bis winzig klein, von originell bis künstlerisch wertvoll, von gekauft bis selbst gemacht.

krippenausstellung-welper-2016-foto-larsfriedrich-10

Eine Krippe aus Lateinamerika. Foto: Lars Friedrich

krippenausstellung-welper-2016-foto-larsfriedrich-13

Krippe aus Japan. Foto: Lars Friedrich

Es ist wahrlich eine kleine „Weltreise“, auf die ich mich bei meinem Rundgang durch das Kirchsnschiff begebe: Neben vertrauten Krippendarstellungen aus den Kirchen in Stiepel und Welper sind Krippen aus Japan, vielen Ländern Lateinamerikas, Portugal, Schweden und den USA zu sehen. Eindrucksvoll zeigen sie dem Betrachter, wie unterschiedlich Menschen in aller Welt auf das Weihnachtsgeschehen schauen, es für sich deuten und (volks-) künstlerisch interpretieren.

krippenausstellung-welper-2016-foto-larsfriedrich-8

Die Krippe aus der Klinik Blankenstein: Eine Rollstuhlfahrerin, ein Arzt und ein von Schmerzen gezeichneter Patient stehen neben Marie und Joseph. Foto: Lars Friedrich

krippenausstellung-welper-2016-foto-larsfriedrich-5

Alpenländische Krippe. Foto: Lars Friedrich

Zahlreiche Schautafeln ergänzen die Ausstellung und bieten Wissenswertes rund um die biblischen Texte der Menschwerdung Gottes, z.B. über Stall und Krippe, „Magier“ und Sterndeuter, Kometen, römische Volkszählungen sowie das raue Leben der Hirten.
Alle Krippen wurden als Leihgaben von Familien und Einzelpersonen der Welperaner  Pfarrgemeinde zur Verfügung gestellt.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Von Lummerland bis an die Ruhr: Jim und Lukas auf Haus Kemnade

Zu Beginn der 1980er Jahre gründete ich die „Hattinger Marionettentruhe“ und gastierte gemeinsam mit Klassenkameraden in Schulaulen, Kindergärten und Gemeindehäusern. Mit dem Puppenspiel-Virus hatte mich Oehmichens Marionettentheater infiziert, besser bekannt als „Augsburger Puppenkiste“. Jetzt habe ich die Stars an Fäden aus meiner Schulzeit wiedergetroffen: Jim, Lukas, das Urmel und Co. sind zurzeit zu Gast auf Haus Kemnade an der Stadtgrenze zwischen Hattingen und Bochum.

Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer - hier die Originalpuppen aus der Neuverfilmung in Farbe von 1976. Foto: Lars Friedrich

Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer – hier die Originalpuppen aus der Neuverfilmung in Farbe von 1976. Foto: Lars Friedrich

Der Froschkönig aus dem Werbespot der Minijob-Zentrale. Foto: LRF

Der Froschkönig aus dem Werbespot der Minijob-Zentrale. Foto: LRF

Ein großer Teil der Marionetten, die derzeit im Kulturhistorischen Museum Haus Kemnade gezeigt werden, schnitzte Hannelore Marschall, geborene Oehmichen. So reihen sich neben das Original-Urmel aus der TV-Produktion von 1969 und den Prinzen von Pumpelonien von 1990 auch die schönen Marionetten der Stücke „Das kalte Herz“ und „Der Froschkönig“ sowie die Fußball-Damenmannschaft aus „Steffi, ein Sommermärchen“, einer spannende und anrührende Geschichte an Fäden zur Frauenfußball-WM im Jahre 2011. Weiterlesen

Die Keltenwelt am Glauberg

Der Wetteraukreis in Hessen war für mich nie mehr als einer von vielen Landkreisen entlang der Autobahn 45, die man auf dem Weg in den Süden durchfährt. Auf meiner Museumstour war ich neulich im Ronneburger Hügelland zu Besuch im Forschungszentrum Keltenwelt am Glauberg und wurde positiv überrascht.

Der Glauberg ist ein ganz besonderer Ort, der bereits in der Jungsteinzeit von Menschen besiedelt wurde. Im Bild: ein inszenierter Grabhügel. Foto: Lars Friedrich

Der Glauberg ist ein ganz besonderer Ort, der bereits in der Jungsteinzeit von Menschen besiedelt wurde. Im Bild: ein inszenierter Grabhügel. Foto: Lars Friedrich

Schaukästen, Hörnieschen und Schubladen mit Sonderinformationen: der Ausstellungsraum. Foto: LRF

Schaukästen, Hörnieschen und Schubladen mit Sonderinformationen: der Ausstellungsraum. Foto: LRF

Das 2011 eröffnete Museum (Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr zu besichtigen) ist Teil der Keltenwelt Glauberg, zu der ein Forschungzzentrum und ein weitläufiger archäologischer Park zählen. Im Park befinden sich ein rekonstruierter Grabhügel, Wall-Grabensysteme und Wehranlagen aus frühkeltischer Zeit. Park und Panoramawanderweg rund um die benachbarte staufische Reichsburg sind kostenfrei, der Eintritt ins barrierefreie Museum beträgt für Familien (2 Erwachsene mit Kindern) 14 Euro. Weiterlesen

Mit der Taschenlampe auf der Suche nach Pferden und Fratzen

Pflanzen, Flüsse oder Berge sucht man vergebens.
Prof. Dr. Gerd-Christian Weniger
Direktor Neanderthalmuseum

Höhlenbären haben ihre Krallen am unteren Rand dieser Mamuthdarstellung gewetzt. Foto: Lars Friedrich

Höhlenbären haben ihre Krallen am unteren Rand dieser Mamuthdarstellung gewetzt. Foto: Lars Friedrich

Das Stadtmuseum Hattingen zeigt bis zum Stadtmuseum aktuell 24. Januar 2016 die Ausstellung Bilder im Dunkeln – Höhlenkunst der Eiszeit. Mit der Präsentation der Fotosammlung Wendel ist nach Ötzi – der Mann aus dem Eis im Jahr 2011 zum zweiten Mal eine Prähistorik-Ausstellung aus dem Neanderthalmuseum Mettmann zu Gast in Blankenstein. Weiterlesen

Im Berg zu Besuch: Ein Beitrag zur Blogparade #UNTERHAT

Im Vorgriff auf die nächste Sonderausstellung im Museum im Bügeleisenhaus im kommenden Jahr lädt der Heimatverein Hattingen zu einer Blogparade ein: 2015 dreht sich in dem Hattinger Museum alles um das Themas HATTINGEN UNTERTAGE. Mein Beitrag zur Blogparade #UNTERHAT trägt den Titel „Im Berg zu Besuch“.

Der Eingang zum Pfunderer Bergwerksstollen bei Villanders in Südtirol. Foto: Lars Friedrich

Der Eingang zum Pfunderer Bergwerksstollen bei Villanders in Südtirol. Foto: Lars Friedrich

Ich war im Berg zu Besuch – aber nicht in Hattingen, sondern in Südtirol. Im letzten Urlaub habe ich mir zwei Bergwerke angeschaut, die mich sehr beeindruckt haben: den Pfunderer Bergwerksstollen bei Villanders und die BergbauWelt Ridnaun Schneeberg. Was die beiden unterirdischen Locations vom Bergbau meiner Heimatregion NRW unterscheidet: die Knappen suchten in den Bergen nicht nach Kohle, sondern nach Erzen. Das war zwar nicht weniger ungesund und knochenbelastend als das Schürfen von Kohle, aber die unterirdischen Felsengänge mussten nicht abgestützt werden und schlagende Wetter drohten auch nicht.

Die BergbauWelt Ridnaun Schneeberg verfügt über die komplett erhaltene Produktionskette eines Bergwerks. Die Anlagen zum Abbau, Transport und zur Aufbereitung erstrecken sich vom Bereich auf etwa 1400 m bis auf 2700 m Höhe. Foto: Lars Friedrich

Die BergbauWelt Ridnaun Schneeberg verfügt über die komplett erhaltene Produktionskette eines Bergwerks. Die Anlagen zum Abbau, Transport und zur Aufbereitung erstrecken sich vom Bereich auf etwa 1400 m bis auf 2700 m Höhe. Foto: Lars Friedrich

Der erste Besuch unter Tage führte mich zunächst einmal auf einen Berg: Das Erzlager des Südtiroler Schneeberges zieht sich in einer Meereshöhe von 2.000 bis 2.500 Meter durch den Bergkamm, der das Ridnauntal vom Passeiertal trennt. Ganz so hoch war ich aber dann doch nicht, denn meine Visite galt der Erzaufbereitung auf 1.400 Metern in Ridnaun. Von dort fuhren die Knappen ab den 1960er Jahren mit einer Schwebebahn bis auf Höhe 2.000 und anschließend mit der Grubenbahn durch den Poschhausstollen zum Erzlager. Und hier wurde das gebrochene Gestein auch aufbereitet – ab 1925 wurden Silber, Blei und Zinkblende teilweise mit hochgiftigen Stoffen vom tauben Gestein getrennt. Die giftige Chemie für diesen Flotationsprozess (Phenole, Cyanide, Salze und Öle) wurden einfach in den Wildbach entsorgt… Weiterlesen