Südtirol einmal anders sehen: Freiheitskampf und Terrorismus

In der Nacht des Herz-Jesu-Festes 1961 steht Südtirol in Flammen: 42 Strommasten werden in der Region um Bozen gesprengt, Elektrizitätswerke werden lahmgelegt. Der Kampf um die Unabhängigkeit von Italien erreicht einen Höhepunkt. Ich war von 1972 bis 1984 mit meinen Eltern jeden Sommer in Südtirol – völlig unwissend. Obwohl bis Mitte der 1980er Jahren die Sprengstoffanschläge weitergingen, habe ich damals von diesem Stück dortiger Heimatgeschichte nichts mitbekommen. Weil ich nun mit meiner Familie in diesem Sommer erneut nach Südtirol fahre möchte, habe ich jetzt „Die Pusterer Buben“ von Verena Duregger gelesen.

Aus Papas Fotokiste: Mama, Tante und Onkel in den 1970er Jahren in Viums. Foto: Kurt Friedrich

Aus Papas Fotokiste: Mama, Tante und Onkel in den 1970er Jahren in Viums. Foto: Kurt Friedrich

Ein Nachbar steht im September 2010 vor der Tür der südtiroler Journalistin Verena Duregger. Sein Anliegen: Es muss endlich etwas passieren, „in der Sache um die Puschtra Buibn“. Niemand hat bis jetzt ihre gemeinsame Geschichte aufgeschrieben. Und einige würden sie auch lieber vergessen – sind sie Freiheitskämpfer oder Terroristen? Weiterlesen

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Im grünen Wald von Mayerling ein schöner Traum zu Ende ging

Mayerling und kein Ende? Das mag man bei einem Blick in die Neuerscheinungsliste der Verlage in diesem Herbst denken. Auch wenn seit dem mysteriösen Tod des österreichischen Kronprinzen Rudolf von Österreich in dem kleinen Dorf Mayerling im Wienerwald bereits 126 Jahre vergangen sind, ist dieses Nischenthema für Verlage und Autoren noch immer interessant. Allein in den letzten drei Monaten sind drei Bücher herausgekommen, die sich mit der Tragödie von Mayerling befassen. Ich habe mal reingeblättert…

3 Monate - 3 Bücher: Mayerling und der Tod des Kronprinzen Rudolf steht noch immer im Fokus von Autoren und Verlagen. Bild: Lars Friedrich

3 Monate – 3 Bücher: Mayerling und der Tod des Kronprinzen Rudolf steht noch immer im Fokus von Autoren und Verlagen. Bild: Lars Friedrich

Marlene Gabriel stellt in ihrem eBook Die Mayerling-Katastrophe in diesem September die Frage „War es so?“ und blickt – wie unzählige Autorinnen und Autoren vor ihr – auf die unterschiedlichen Versionen, die zur Sterbenacht kolportiert werden. Für sie bleiben nach 543 Grammatik-, Rechtschreib- und Interpunktionsfehler aus 83 Seiten (ja, ich schreibe auch nicht fehlerfrei, doch das ist für fast 10 Euro doch viel zu viel Flüchtigkeit) drei mögliche Todesarten übrig: Selbstmord aus Lebensüberdruss, eine missglückte Abtreibung der Gelebten und die eine nicht näher erläuterte Mordtheorie. Letztlich verirrt sich die Autorin, die wohl aus zehn guten Büchern ein schlechtes elftes zum Thema Mayerling abgeschrieben hat, wie schon Mayerling-Kenner Dr. Bernhard Eibisberger aus Granz zu Recht anmerkt, in Abschreibfehlern, historischen Ungenauigkeiten und verzichtet zudem auf eine fundierte Zusammenstellung von Quellen – da hätte ich auch auf das ganze Buch verzichten können! Weiterlesen

Hagen: Mafiastrukturen trüben Vorweihnachtszeit an der Volme

Am 7. Oktober veröffentlichte der Gmeiner-Verlag vier neue Winterkrimis, darunter "Schneewalzer" von Birgit Ebbert. Foto: Lars Friedrich

Am 7. Oktober veröffentlichte der Gmeiner-Verlag vier neue Winterkrimis, darunter „Schneewalzer“ von Birgit Ebbert. Foto: Lars Friedrich

Straßenmusik ist vielerorts ein hart umkämpftes Geschäft. Besonders zur Weihnachtszeit hoffen die Künstler in den überfüllten Innenstädten darauf, mehr als sonst einzuspielen und verteidigen ihr Revier. Im neuen Hagen-Krimi von Birgit Ebbert gerät diese Rivalität außer Kontrolle: Eine elfjährige Geigerin verschwindet spurlos.

Nachdem ich im Oktober für einen Bericht der WAZ den Krimi „Falsches Zeugnis“ von Birgit Ebbert als Herbstlektüre empfohlen habe, schickte mir dieser Tage der Gmeiner-Verlag den neuesten Themenkrimi der 1962 in Borken/Westfalen geborenen Autorin zu: „Schneewalzer“ ist dieser Weihnachtskrimi betitelt, der im westfälischen Hagen spielt und mafiaähnliche Strukturen aufdeckt, die die Vorweihnachtszeit an der Volme mächtig trüben. Weiterlesen

Jazz und Sphere treffen auf Weltmusik und Flamenco

Am Sonntag, 7. Juni 2015, findet ab 15.30 Uhr auf Burg Blankenstein in Hattingen unter dem Motto „Musik der Kulturen“ das Vorkonzert zum Ruhrstadt Festival 2015 mit regionalen und internationalen Künstler statt. Mit auf der Bühne: der Künstler Rechungpa. Er ist vielen Hattingern unter seinem bürgerlichen Namen Reinhard Kreckel als Gründer und künstlerischer Leiter der Kultur- und Bildungskooperative Schulenburg (1985 bis 1988) bekannt. Das Burgkonzert findet aus aktuellem Anlass als Benefiz-Konzerte für Nepal statt.

Hanif Khan, Rechungpa, Dinesh Mishra. Foto: Veranstalter

Hanif Khan, Rechungpa, Dinesh Mishra. Foto: Veranstalter

Kreckel alias Rechungpa und der von ihm im Jahr 2000 gegründete gemeinnützige Netzwerkverband Pro Kulturgut.Net e.V. präsentieren zusammen mit der Burg Blankenstein die Künstler Dinesh Mishra, Imran und Hanif Khan sowie Afshin Ghavami und Jim Galakti. Kreckel: „Die Musik der Künstler entsteht aus der Begegnung verschiedener Kulturen und Genres, mit Musikern aus NRW sowie aus der Ukraine, Persien und Indien. Ihre Kunst entwickelt sich durch verschiedenste Einflüsse ständig weiter und enthält sowohl hoch virtuose Passagen als auch meditative Momente.“ Weiterlesen

FlicFlac für die Familie: Weniger schräg und nur mäßig aufregend

Bürounterhaltung am 19. Dezember
Ich: „Gestern waren wir im Circus!“
Arbeitskollegin: „So mit Tieren?“
Ich: „Nein, bei FlicFlac“ ‚
Arbeitskollege: „Ach, die mit der Todeskugel?“

Die Astronauts in der Zelt-Galaxie. Foto: Lars Friedrich

Die Astronauts in der Zelt-Galaxie. Foto: Lars Friedrich

Natürlich ist der „Globe of Speed“ seit gut zehn Jahren das Markenzeichen des Circus FlicFlac. Inzwischen düsen bis zu zehn Piloten auf ihren 125ccm Maschinen mit rund 60 km/h durch die sechs Meter durchmessende Eisenkugel, drehen ihre Runden und rasante Loopings. Wäre das aber wirklich eine Todeskugel, würden José Pinillo (37), Chef der Truppe Pinillomotos, und seine 9 Mitstreiter kommenden Montag nicht ihre Öfen anwerfen, um live und vor Publikum ins Guinness Buch der Weltrekorde zu düsen. Aber der 4. Weihnachtszirkus im Revier auf dem Parkplatz E der Dortmunder Westfalenhallen ist in diesem Jahr unter der Abendregie von Thomas Merz auch mehr als „Rammstein“ und Motorcross: „Das ist unser Festtagsprogramm“, scherzt Geschäftsführer Thomas Schütte. War das FlicFlac-Motto bislang immer „höher, schneller, riskanter“, so kommt der Circus in Dortmund zum Weihnachtsfest fast schon als Zirkus für die ganze Familie daher – weniger schräg und nur mäßig aufregend, was mir bei der Premiere am 18. Dezember sehr gut gefallen hat. Weiterlesen