Entlang der Ruhr

Anschaulicher als jedes Buch und jeder Audio-Guide: Ein Bummel auf zwei Themenrouten entlang der Ruhr zwischen mittelalterlichen Burgen und wachsendem Gewerbepark. Bei diesen Rundgängen am Fluss erfahren Sie allerhand Wissenswertes zum Projekt „Flusslandschaft Mittleres Ruhrtal“, einem Teil der Internationalen Gartenausstellung Metropole Ruhr 2027*.

Die Ruhr ist Erholungs-, Kultur- und Freizeitraum für viele Menschen. Aber das war nicht immer so: Mitte des 19. Jahrhunderts war der Fluss der „Ruhrschnellweg“ des Reviers, auf dem Kohle, Stahl und Salz Richtung Westen verschifft wurden. Startpunkt für die Flussgeschichten ist das historische Bahnhofsgebäude am Haltepunkt Hattingen/Ruhr. Von hier aus biete ich zwei Routen:

Tour de Ruhr Ost
Die Landschaftsführung „Tour de Ruhr Ost“ hat als erstes Ziel Birschels Mühle, deren Wasserkraftwerk von 1902 mit seinen Turmzinnen an eine Burg erinnert. Vorbei an der 1774 errichteten Hattinger Schleuse und der Ruine des mittelalterlichen Hauses Cliff geht es zum Ansitzes Weile. Auf dem südlichen Ruhrtalweg hören Sie Geschichten von übermütigen Burgfrauen, schweißgebadeten Schleusern, eifrigen Treidlern und verlegten Flussläufen. Und Sie erfahren, dass „Vater Beimer“ der erste Hattinger Ehrentreidler war.

Warum wählte Graf Henrich zu Stolberg-Wernigerode ausgerechnet ein mittelalterliches Rittergut an der Ruhr als Standort für sein neues Hüttenwerk? Und wie hat sich die Flusslandschaft im Laufe der letzten Jahrhunderte verändert? Was wissen wir über Haus Backwerth an der Ruhrfuhrt und dem Raubrittergut Ruwendahl? Antworten auf diese Fragen gibt es auf dem Rückweg im prosperierenden Landschaftspark Henrichshütte. Hier bestaunen wir zum Abschluss noch vor der Kulisse des ältesten, im Ruhrgebiet erhaltenen Hochofens die kraftvollen Menschen aus Eisen des polnischen Bildhauers Zbigniew Frączkiewicz.

Tour de Ruhr West
Die Landschaftsführung „Tour de Ruhr West“ führt uns entlang der Gleise der 1869 erbauten mittleren Ruhrtalbahn zur Ruhr. Der Fluss war ab 1780 von Langschede bis Ruhrort passierbar. In flachen Booten, den Aaken, wurde Salz aus den Salinen in Unna ebenso transportiert wie Kohle, Erz, Eisen und Stahl. Die leeren Ruhrkähne mussten nach dem Entladen von Kaltblutpferden  stromaufwärts gezogen werden. Hierzu entstand entlang des Flusses der Leinpfad, auf dem wir uns dem Winzer Ruhrbogen nähern. Unterhalb des Hombergs vollzieht der Fluss eine 180 Grad-Schleife: aus dem Norden kommend, fließt die Ruhr zurück nach Norden.

Über 140 steinerne Einbauten, die so genannten Buhnen, sorgen auf den 7,6 Kilometern zwischen der Hattinger und der Dahlhauser Schleuse dafür, dass die wilde Strömung der Ruhr reguliert wurde. Im Winzer Ruhrbogen befindet sich der einzige einst befahrene Abschnitt der Ruhr, in dem alle Spuren der Schiffbarmachung noch vollständig erhalten sind. Kein Wunder, dass dieser Bereich seit 2017 ein eingetragenes Denkmal ist. Auf dem Rückweg erzähle ich spannende Sagen von der Hattinger Isenburg, deren Ruine hoch über uns thront. Und natürlich blicken wir zurück und nach vorne: auf den 1958 geplanten Ruhrstausee und auf die Bestrebungen, künftig diesen Flussbereich im Rahmen von EU-Wasserrahmenrichtlinie zu renaturieren.

Für Schulklassen sind beide Rundgänge ab Jahrgangsstufe 10 geeignet.


Termine: ganzjährig auf Anfrage
Uhrzeit: nach Vereinbarung
Landschaftsführung intensiv: Flussgeschichten in 100 Minuten für 90,00 Euro
Gruppengröße: 2 bis 25 Personen

Buchung bis 14 Tage vor Termin, Verfügbarkeit vorausgesetzt

Zusatzinformation
Beide Landschaftsführungen sind barrierefrei und auch für Kinder, Eltern mit Kinderwagen und Senioren mit Gehhilfen geeignet. Der Start-/Zielpunkt ist mit dem ÖPNV zu erreichen.


Buchung| Infos | Kontakt
kontakt@hattingenzufuss.de
Telefon 0175 419 4195

 

  • Die IGA Metropole Ruhr 2027 wird die erste dezentrale Internationale Gartenausstellung. Sie wird organisiert durch die IGA Metropole Ruhr 2027 gGmbH als Durchführungsgesellschaft, dem Regionalverband Ruhr (RVR) als Regionalinstitution für die Metropole Ruhr sowie den Kommunen und Kreisen als Projektträger. Eine enge Kooperation besteht mit dem Land NRW, der Emschergenossenschaft/Lippeverband und vielen weiteren Partnern.
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