Z wie Zuwanderung

"Haus Burgeck", Hattingens erste Begegnungsstätte für Ausländer. Foto: Archiv

„Haus Burgeck“ (links), Hattingens 1973 eingeweihte Begegnungsstätte für Zugewanderte. Foto: Archiv

Anschaulicher als jedes Buch und jeder Audio-Guide: Mein Stadtrundgang zu zehn Stationen der Zuwanderung in Hattingen. Auf dieser Touren geht es nicht um typische Sehenswürdigkeiten, sondern um politische Bildung im Stadtraum. 

Jeder zehnte Einwohner des Ennepe-Ruhr-Kreises hat einen „Migrationshintergrund“. Blickt man bis in die zweite Generation, ist es sogar jeder Vierte. Hattingen war und ist Einwanderungsstadt. Schon seit über 200 Jahren migrieren Menschen nach Hattingen und finden hier an der Ruhr eine neue Heimat. Diese Vielfalt im bunten Straßenbild entdecken wir bei diesem Rundgang.

Die Gründe für Migration waren und sind vielfältig: Als Fachkräfte arbeiten Zuwanderer in Zechen und auf der Henrichshütte. Nach dem 2. Weltkrieg kommen sie als Ostflüchtlinge, Evakuierte und „Heimatvertriebene“ und ab den 1960er Jahren als Arbeitsmigranten aus Italien, Jugoslawien, Portugal, Spanien und der Türkei. In den 1990er Jahren folgen Bürgerkriegsflüchtlinge aus Ex-Jugoslawien, Asylbewerber, Geduldete, Spätaussiedler und jüdische „Kontingentflüchtlinge“ aus der Ex-Sowjetunion. Eine Vielfalt von Lebensstilen und Herkünften prägt schon immer unsere Stadtgesellschaft: Menschen aus mehr als 120 Ländern, die keine deutsche Staatsagenhörigkeit besitzen, leben heute in Hattingen.

Der Rundgang startet am einstigen „Haus der Heimat“ in der Innenstadt und führt an der größten Hattinger Moschee vorbei, der DITIB Hattingen Fatih Moschee, zum Bahnhof. Er ist auch in Hattingen das Sinnbild für Wandel, Industrialisierung und Mobilität. Dort ganz in der nähe Stand das „Haus Burgeck“, in dem 1973 Hattingens erste Begegnungsstätte für Ausländer eingerichtet wurde (2003 als Verkehrshindernis abgerissen). Von hier ist es auch nur noch ein Katzensprung zum Hindu-Tempel des Vereins Sri Varasiththi Vinayagar e. V.

Durch den Gewerbe- und Landschaftspark Henrichshütte geht es mit Blick auf „Klein Moskau“ weiter zum ältesten Hochofen im Revier, in dessen Schatten seit 2015 Wohncontainer für Geflüchtete stehen. Über das „Ledigenheim“ führt der Weg zum ersten türkischen Beetraum in der Heggerfeld-Schule und zur Sporthalle Talstraße, die das Land im Jahr 2015 als Notunterkunft nutzte.

Meine Stadtführung „Z wie Zuwanderung“ öffnet an insgesamt zehn Stationen einen Blick auf die vielfältige Zuwanderungsgeschichte der Stadt Hattingen vom 19. Jahrhundert bis heute und regt an, Diversität als Normalität zu erkennen.

Für Schulklassen ist dieser Rundgang ab Jahrgangsstufe 8 geeignet.


Termine: ganzjährig auf Anfrage
Uhrzeit: nach Vereinbarung
Stadtführung intensiv: Z wie Zuwanderung in 100 Minuten für 90,00 Euro
Gruppengröße: 2 bis 25 Personen

Buchung bis 14 Tage vor Termin, Verfügbarkeit vorausgesetzt

Zusatzinformation
Der Stadtrundgang ist barrierefrei.


Buchung| Infos | Kontakt
kontakt@hattingenzufuss.de
Telefon 0175 419 4195

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