Advent: Türen, Tore, Durchblicke

Das Gefühl baut Türen in Mauern,
die der Verstand errichtet.

Peter Sereinigg
österreichischer Unternehmensberater

Sehenswert in Bari: Castello Svevo, zu Deutsch das “Schwaben-Schloss”, das 1132 auf Befehl von Roger dem Normannen begonnen und das von Kaiser Friedrich II. ab 1233 umgebaut wurde. Foto: Lars Friedrich

Sehenswert in Bari: Castello Svevo, zu Deutsch das “Schwaben-Schloss”, das 1132 auf Befehl von Roger dem Normannen begonnen und das von Kaiser Friedrich II. ab 1233 umgebaut wurde. Foto: Lars Friedrich

18. Dezember 2015: Der Bau des Castello Svevo di Bari wurde 1131–1132 auf Befehl von Roger „dem Normannen“ begonnen. Das Kastell steht auf den Überresten einer byzantinischen Festung aus dem 11. Jahrhundert. In der Stauferzeit wurde das Kastell unter Kaiser Friedrich II. ab 1233 umgebaut. Seit der Ankunft von Isabella von Aragón wurde das Kastell als Palast umgebaut, den Höhepunkt erreichte das höfische Leben unter Isabellas Tochter Bona Sforza, die Bari nach dem Tod ihres Ehemannes Sigismunds I. als Witwensitz nutzte. Nach dem Tod der Bona Sforza war das Kastell zeitweise verlassen und wurde später zum Gefängnis umfunktioniert. Heute befindet sich dort ein Museum, in dem wechselnde Ausstellungen gezeigt werden.

Advent: Türen, Tore, Durchblicke

Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch,
dass der König der Ehre einziehe!

Bibel

AIDAvita 2015 (9)gh

Eingang der Nikolaus-Basilika in Bari. Foto: Lars Friedrich

12. Dezember 2015: Eigens für die kostbaren Reliquie des Heiligen Nikolaus wurde die Basilika San Nicola auf den Ruinen der ehemaligen Residenz des byzantinischen Statthalters gebaut. Während der Kreuzzüge spielte Bari eine wichtige Rolle. Viele der Ritter und Pilger machten Halt in der süditalienischen Stadt, bevor sie in das Heilige Land weiter reisten. Auch im Mittelalter nahm die Bedeutung der Stadt kaum ab und viele Pilger schenkten Gaben, die man heute in einem Museum besichtigen kann. Im 16. Jahrhundert wurde sogar die polnische Königin Bona Sforza in der Basilika beigesetzt.

Advent: Türen, Tore, Durchblicke

Nikolaus, du guter Mann –
Du musst dich sicher plagen,
den schweren Sack zu tragen.
Drum, lieber Nikolaus,
pack ihn doch einfach aus.

Volksgut

Durchblick auf die Grabstätte des Heiligen Nikolaus in Bari. Foto: Lars Friedrich

Durchblick auf die Grabstätte des Heiligen Nikolaus in Bari. Foto: Lars Friedrich

6. Dezember 2015 – Nikolaustag: In der Krypta der Basilica Pontificia San Nicola in Bari befindet sich das Grab des Heiligen Nikolaus, dessen Gebeine die Bareser in wirtschaftlich schlechten Zeiten am 9. Mai 1087 im türkischen Myra stahlen, nach Italien brachten und fortan mit dieser besonderen Reliquie Touristen und Pilger in die süditalienische Stadt locken. Neben der Basilika wacht die moderne Statue des Heiligen, ein Werk des georgischen Künstlers Zurab Tsereteli, über die sterblichen Reste des Bischofs von Myra und das Santa manna – eine Flüssigkeit, die heute noch jährlich aus dem Sarg gezogen und als Gesundbrunnen verkauft wird.

Nikolaus und die Bari-Öhrchen: Auf der AIDAvita in der Adria (3)

Unter den Olivenbäumen schüttet Licht die Samen aus,
Mohn erscheint und flackert wieder,
fängt das Öl und brennt es nieder,
und das Licht geht nie mehr aus.
Ingeborg Bachmann
In Apulien, 1955

In diesen engen Gassen wird die Nationalpasta Apuliens hergestellt: Orecchiette da Bari. Foto: Lars Friedrich

In diesen engen Gassen wird die Nationalpasta Apuliens hergestellt: Orecchiette da Bari. Foto: Lars Friedrich

„Neapel sehen und sterben“ hat Johann Wolfgang von Goethe während seiner Italienreise formuliert. Ich sage: Bari sehen und wiederkommen! Die zweite Hafenstadt unserer Adria-Kreuzfahrt auf der AIDAvita hat mich sehr beeindruckt.

Häuser an der Piazza Federico II di Svevia gegenüber dem schwäbischen Castell. Foto: Lars Friedrich

Häuser an der Piazza Federico II di Svevia gegenüber dem schwäbischen Castell. Foto: Lars Friedrich

Hätte mich vorher jemand gefragt, ob ich Nudel von der Straße esse, hätte ich unwissend aber bestimmt verneint – nach diesem wunderschönen Tag in Bari, der 322.800 Einwohner zählenden Hauptstadt der Region Apulien (Puglia), sage ich aber auf jeden Fall „sì“, denn das Beste was einem in dieser bedeutenden Hafen- und Universitätsstadt passieren kann, sind Nudeln von der Straße mit Cime di Rape.

Die engen Gassen von Bari sind Wohnzimmer, Küche und Vorgarten zugleich. Foto: Lars Friedrich

Die engen Gassen von Bari sind Wohnzimmer, Küche und Vorgarten zugleich. Foto: Lars Friedrich

Was steckt dahinter? Zwischen der Piazza Ferrarese und Mercantile formen in vielen Gassen der Altstadt Frauen jeden Alters an jedem schönen Tag Orecchiette da Bari – Nudeln aus emola di grano duro (Hartweizengrieß) in der Form kleiner Ohren. Die Damen produzieren in erster Linie für den eigenen Kochtopf, doch beliefern sie auch die örtliche Gastronomie mit den Produkten der Nudelgassen. In der kleinen Bar „I Templari“ an der Piazza Federico II di Svevia probierten wir in unterschiedlichen Varianten für schmale 9 Euro die leckere Pasta, die vielleicht noch am Vortag in Sichtweite auf großen Brettern vor den Hauseingängen trockneten. Tipp: Neben der Bar gibt es auch noch eine empfehlenswerte Eisdiele, die selbstgemachtes Speiseeis zu unschlagbar günstigen Preisen anbietet! Weiterlesen

Kreuzfahrttagebuch: Am Freitag mehr über Bari und den Nikolaus

Heiliges Holz: Reste des Bootes, mit dem der Nikolaus geklaut wurde. Foto: Lars Friedrich

Heiliges Holz: Reste des Bootes, mit dem der Nikolaus geklaut wurde. Foto: Lars Friedrich

Und weiter geht es: Kommenden Freitag gibt es hier den dritten Teil meines Kreuzfahrttagesbuches: Wir besuchten mit der AIDAvita die süditalienische Nikolaus-Stadt Bari. Hier geht es zum ersten und zum zweiten Teil meines Reiseberichtes aus der Adria.