Neun Orte, ein Kreis: Unterwegs sein zwischen Ennepe und Ruhr

EN-Landrat Olaf Schade mit einer historischen Karte des Ennepe-Ruhr-Kreises anlässlich des Internationalen Museumstages 2017 vor dem Museum im Bügeleisenhaus in Hattingen. Damals im Mai reifte die Idee, mal alle Städte des Kreises zu besuchen. Foto: Lars Friedrich

EN-Landrat Olaf Schade mit einer historischen Karte des Ennepe-Ruhr-Kreises anlässlich des Internationalen Museumstages 2017 vor dem Museum im Bügeleisenhaus in Hattingen. Damals im Mai reifte die Idee, mal alle Städte des Kreises zu besuchen. Foto: Lars Friedrich

Im Herbst/Winter diesen Jahres startet auf meinem Blog die Heimat-Serie „Neun Orte, ein Kreis“. Jede Woche besuch ich dann einen Tag lang eine der neun Städte des Ennepe-Ruhr-Kreises, über die ich dann hier berichten werde – schließlich kann es nicht verkehrt sein, wenn ich als Vorsitzender des Heimatvereins Hattingen/Ruhr e.V. auch die anderen Städte unseres Kreises kennen. Ich bin gespannt, was es zwischen Ennepe und Ruhr alles zu sehen gibt und werde zu Gast sein in Breckerfeld, Ennepetal, Gevelsberg, Schwelm, Witten, Wetter, Herdecke, Sprockhövel und Hattingen. Wer Tipps hat, was ich unbedingt auf meiner Städte-Tour besuchen sollte, schickt mir eine Mail oder postet hier einen Kommentar.

#NeunOrteEinKreis

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Der 8. April ist Welt-Roma-Tag

Ich erinnere mich noch gut daran, dass ich in den 1970er Jahren erstmals bewusst mit der Gruppe der Roma mehr oder weniger in Berührung kam. 1977 lief sonntags im Kinderprogramm die zehnteilige Jugendserie „Mond Mond Mond“ nach dem Buch von Ursula Wölfel. In der Geschichte geht es um die Roma-Mädchen Pimmi und Nauka, die ihre Familie verloren haben. Während sie hoffen, dass ihnen der Mond den Weg zeigt, helfen sie dem wunderlichen alten Panelon auf der Suche nach den roten Felsen. Besonders fasziniert hat mich damals, dass die Geschichte eigentlich ein Marionettentheaterstück war…

Flagge der Roma, angenommen auf dem Ersten Welt-Roma-Kongress am 8. April 1971, an den jährlich mit dem Internationalen Tag der Roma erinnert wird.

Flagge der Roma, angenommen auf dem Ersten Welt-Roma-Kongress am 8. April 1971, an den jährlich mit dem Internationalen Tag der Roma erinnert wird.

Welt-Roma-Tag

Warum ich dies schreibe? Ein aktueller Anlass: Der morgige Samstag wird in vielen Ländern als Welt-Roma-Tag gefeiert.  Am 8. April 1971 fand der erste Welt-Roma-Kongress in London statt. Auf dem Kongress sprachen sich die Delegierten für die Selbstbezeichnung „Roma“ anstelle von anderer diskriminierender Fremdbezeichnungen aus und einigten sich auf eine gemeinsame Flagge und Hymne. Heute leben Sinti und Roma auf allen Kontinenten, die meisten von ihnen in Europa. Hier stellen sie mit rund 12 Millionen Angehörigen die größte ethnisch-kulturelle Minderheit dar; nach aktuellen Schätzungen leben etwa 35.000 deutsche Sinti und Roma in Nordrhein-Westfalen. Doch nicht Roma und Sinti bestimmen das Bild dieser Minderheit in der Öffentlichkeit, sondern vorherrschende Klischees. Und Orte öffentlicher Aufklärung, Erklärung oder Erinnerung sind rar gesät. Und richtig viel weiß ich über die Roma heute auch noch nicht – leider.

Altstadtfestplakat-Harlekin

Am 2. August 2001 wurde der Öffentlichkeit im Staatlichen Museum Auschwitz eine ständige Ausstellung zum nationalsozialistischen Völkermord an den Sinti und Roma übergeben. Gestaltet wurde die Ausstellung in Block 13 des ehemaligen Stammlagers von dem Grafiker Wieland Schmied, der bereits 1997 die Ausstellung im Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg erstellte und den die Hattinger als „Vater“ des Altstadtfestplakat-Harlekins kennen. Weiterlesen