Wieder ein Mayerling-Buch: Aber der Herr D. ist nicht der Prinz M.

Heute also ist es mal wieder soweit: Pflichterinnerung an einen der dunkelsten Tage des österreichischen Kaiserhauses, denn am 30. Jänner 1889 starb im niederösterreichischen Mayerling der Erzherzog Kronprinz Rudolf, einziger Sohn von Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth. Der Skandal: Neben dem toten Thronfolger fand man – ebenfalls tot – die erst 17-jährige Baronesse Marie von Vetsera. Dank ungeschickter Vertuschungs- und Geheimhaltungsaktivitäten zu dieser zweiten Leiche war schnell der Mythos Mayerling geboren, der auch 127 Jahre später noch immer Hobbyforscher und Fachautoren beschäftigt…

Das Buch "Mayerling 1889" mit einer meiner Leihgaben, einem Aschenbecher aus dem Jagdschloss des Kronprinzen. Foto: LRF

Das Buch „Mayerling 1889“ mit einer meiner Leihgaben, einem Aschenbecher aus dem Jagdschloss des Kronprinzen. Foto: LRF

Der Kunst- und Kulturhistoriker Dr. Hannes Etzlstorfer stellt in einem jetzt erschienenen Bildband zur Causa Mayerling nicht nur übersichtlich und informativ die bekannten Fakten und Hintergründe dar, die zur Tragödie von 1889 geführt haben. Als Kurator der Ausstellung auf dem Gelände des einstigen kronprinzlichen Privat-Schlosses in Mayerling hatte er auch Zugang zu Bild- und Archivmaterial, von dem vieles nun zum ersten Mal veröffentlicht wurde. Weiterlesen

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Advent: Türen, Tore, Durchblicke

Gold geht durch alle Türen,
ausgenommen durch die Himmelstüre.

Deutsches Sprichwort

Tor zur ehemals venezianischen Villa Braila bei Gastouri, die Kaiserin Elisabeth zum Achillion umgestalten ließ. Foto: Lars Friedrich

Tor zur ehemals venezianischen Villa Braila bei Gastouri, die Kaiserin Elisabeth zum Achillion umgestalten ließ. Foto: Lars Friedrich

1888 hatte die österreichische Kaiserin Elisabeth in den Bergen nahe Gastouri auf Korfu, etwa sieben Kilometer südlich der Inselhauptstadt, in der Villa des Korfioten Petros Brailas-Armenis gewohnt und Land und Klima schätzen gelernt. 1889 erwarb Kaiser Franz Joseph das Palais und ließ es nach den Plänen des neapolitanischen Architekten Raffaele Carito im Stile der griechischen Architektur umbauen. Sissi verlor jedoch schon sechs Jahre nach Bauende 1891 ihr Interesse am Achillion. Nach ihrem Tod 1898 erbte Tochter Gisela das Anwesen und verkaufte es 1907 an den deutschen Kaiser Wilhelm II. (1859-1941), der bis 1914 fast jedes Frühjahr auf Korfu weilte und das Schloss zum Zentrum der europäischen Diplomatie werden ließ. Seit Ende des ersten Weltkrieges ist das Achillion griechisches Eigentum und kann seit 1962 als Museum besichtigt werden.

Auf der AIDAvita in der Adria (6): Stehkaffee & Marktchardonnay

Alle Städte sind gleich,
 nur Venedig ist ein bissl anders.
 Friedrich Torberg
„Die Tante Jolesch“

Die Basilica di San Giorgio Maggiore vis-a-vis dem Markusplatz. Foto: Lars Friedrich

Die Basilica di San Giorgio Maggiore vis-a-vis dem Markusplatz. Foto: Lars Friedrich

Turbulent: Der Touristen-Tag zwischen Museo Correr und Dogenpalast (links). Foto: Lars Friedrich

Turbulent: Der Touristen-Tag zwischen Museo Correr und Dogenpalast (links). Foto: Lars Friedrich

Wieder angekommen. Wieder angekommen in dem Hafen, in dem wir vor fünf Tagen unsere Kreuzfahrt auf der AIDAvita durch die Adria nach Korfu, Bari, Dubrovnik und Zadar begonnen haben – in Venedig am Terminal Passeggeri Isonzo 2. Diesmal ist das Wetter nicht so freundlich und die AIDA-Crew empfiehlt, nur kurz in die Stadt zu fahren. Das wir aber Zeit haben (der Rückflug geht erst am kommenden Tag) und hoffen, dass der Himmel noch aufreißt (einige Fotos hier sind nicht von den letzten, sondern vom ersten Tag in Venedig), entscheiden wir uns gegen den Vorschlag von Shore Operation Manager Claudia Dichmann und starten nicht Ratz Fatz zur Piazza San Marco, sondern ganz gemütlich und letztlich auch preiswerter in die Lagunenstadt – mit dem öffentlichen Linienboot von Alilaguna zahlen wir auf der Linie blau nur 15 Euro für die Hin- und Rückfahrt (online gebucht hätte das Ticket sogar nur 13 Euro gekostet) und sind so von den AIDA-Shuttlezeiten unabhängig.

In der Markusbasilika sind die oberen Wandzonen sowie die gesamte Decke mit Mosaiken mit Goldgrund bedeckt. Foto: Lars Friedrich

In der Markusbasilika sind die oberen Wandzonen sowie die gesamte Decke mit Mosaiken mit Goldgrund bedeckt. Foto: Lars Friedrich

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Im grünen Wald von Mayerling ein schöner Traum zu Ende ging

Mayerling und kein Ende? Das mag man bei einem Blick in die Neuerscheinungsliste der Verlage in diesem Herbst denken. Auch wenn seit dem mysteriösen Tod des österreichischen Kronprinzen Rudolf von Österreich in dem kleinen Dorf Mayerling im Wienerwald bereits 126 Jahre vergangen sind, ist dieses Nischenthema für Verlage und Autoren noch immer interessant. Allein in den letzten drei Monaten sind drei Bücher herausgekommen, die sich mit der Tragödie von Mayerling befassen. Ich habe mal reingeblättert…

3 Monate - 3 Bücher: Mayerling und der Tod des Kronprinzen Rudolf steht noch immer im Fokus von Autoren und Verlagen. Bild: Lars Friedrich

3 Monate – 3 Bücher: Mayerling und der Tod des Kronprinzen Rudolf steht noch immer im Fokus von Autoren und Verlagen. Bild: Lars Friedrich

Marlene Gabriel stellt in ihrem eBook Die Mayerling-Katastrophe in diesem September die Frage „War es so?“ und blickt – wie unzählige Autorinnen und Autoren vor ihr – auf die unterschiedlichen Versionen, die zur Sterbenacht kolportiert werden. Für sie bleiben nach 543 Grammatik-, Rechtschreib- und Interpunktionsfehler aus 83 Seiten (ja, ich schreibe auch nicht fehlerfrei, doch das ist für fast 10 Euro doch viel zu viel Flüchtigkeit) drei mögliche Todesarten übrig: Selbstmord aus Lebensüberdruss, eine missglückte Abtreibung der Gelebten und die eine nicht näher erläuterte Mordtheorie. Letztlich verirrt sich die Autorin, die wohl aus zehn guten Büchern ein schlechtes elftes zum Thema Mayerling abgeschrieben hat, wie schon Mayerling-Kenner Dr. Bernhard Eibisberger aus Granz zu Recht anmerkt, in Abschreibfehlern, historischen Ungenauigkeiten und verzichtet zudem auf eine fundierte Zusammenstellung von Quellen – da hätte ich auch auf das ganze Buch verzichten können! Weiterlesen

Wiedergefunden: Letzte Briefe der Baroness Marie von Vetsera

Ich freue mich: In Wien wurden jetzt drei Abschiedsbriefe der Baroness Mary Vetsera gefunden, die 1889 im niederösterreichischen Mayerling gemeinsam mit Sisis-Sohn, Kronprinz Rudolf, starb. Aber ich staune auch über den Fund in der Schoellerbank, denn erst im vergangenen Jahr hatte ich nach einem anonymen Hinweis auf das Legat dort nachgefragt. Seinerzeitige Antwort: Von den Vetseras haben wir hier nichts!

Abschiedsbrief von Mary Vetsera an ihre Mutter. Foto: Schoellerbank

Abschiedsbrief von Mary Vetsera an ihre Mutter. Foto: Schoellerbank

Im Safe der Schoellerbank wurde jetzt aber bei einer Archivrevision ein besonderes Verwahrstück entdeckt: Ein 1926 deponierter brauner Ledereinband enthielt eine Reihe von geschichtsträchtigen Dokumenten, die bis dato als vernichtet galten. Besonders bemerkenswert: die Abschiedsbriefe von Mary Vetsera aus Mayerling an die Mutter Helene, die Schwester Hanna und den Bruder Feri, die sich in einem Originalkuvert mit Siegeln des Kronprinzen Rudolf befanden.

Der Wortlaut dieser Abschiedsbriefe war bisher nur zum Teil aus der Denkschrift ihrer Mutter Helene und einem Artikel im „Figaro“ vom 8. Februar 1889 bekannt. Nach meiner Recherche befanden sich die drei Briefe ursprünglich in einem von Kronprinz Rudolf an Helene Vetsera handschriftlich adressierten und gesiegelten Umschlag in Mayerling und wurden von Graf Stockau überbracht; der Kaiser verlangte die Briefe nach einer ersten Durchsicht zurück, gab sie dann jedoch an Helene Vetsera zurück. Bislang wurde angenommen, die Briefe wären auf Wunsch von Helene Vetsera nach ihrem Tode 1925 durch Rudolf Graf van der Straten-Ponthoz Graf (geb. am 28.02.1877, gest. am 15.05.1961) vernichtet worden. Den nun aufgetauchten Originalen kommt daher ein ganz besonderer Stellenwert für die historische Forschung zu. Weiterlesen