Erkunden, entdecken, träumen: Auf der AIDAvita in der Adria (1)

Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die
Weltanschauung der Leute, welche die Welt
nicht angeschaut haben.

Alexander von Humboldt

Die AIDAvita am 9. Oktober im Hafen von Zadar/Kroatien. Foto: Lars Friedrich

Die AIDAvita am 9. Oktober im Hafen von Zadar/Kroatien. Foto: Lars Friedrich

Eine Kreuzfahrt ist nichts für mich, dachte ich: 1260 Rentner in 633 Kabinen und die große Abzocke bei den Nebenkosten. Nach sieben Nächten auf der AIDAvita weiß ich es besser –  Kreuzfahrten könnten mein neues Hobby werden! Und das liegt sicher nicht nur an der unter Kapitän Detlef Harms zurückgelegten Route durch die Adria  (Venedig – Korfu – Bari – Dubovnik – Zadar – Venedig). Schon vor dem Check-in am Marittima Testata Marmi di Venezia sorgte das strahlend weiße Schiff mit seinem Kussmund für ein Lächeln auf unseren Lippen und steigerte die Vorfreude auf das, was da noch kommen würde…

Der umlaufende Relingbereich auf Deck 6. Foto: Lars Friedrich

Der umlaufende Relingbereich auf Deck 6. Foto: Lars Friedrich

Vom 4. bis 11. Oktober waren meine Schwiegereltern, meine Frau, unsere beiden Kinder und ich auf der AIDAvita im adriatischen und nach Passage der Straße von Otranto im inonischen Meer unterwegs – auf der in Wismar gebauten und seither zweimal teilrenovierten AIDAvita, die 2002 in Warnemünde von Taufpatin Doris Schröder-Köpf ihren Namen erhielt. Vorweg: Das Alter sieht man dem Clubschiff (389 Personen Crew) nicht an – weder auf Deck, noch in den Kabinen. Wir hatten uns auf Empfehlung des DERPART Ruhrpress Reisebüros in Hattingen für eine 4-Bett- und eine 2-Bett-Kabine auf Deck 6 entschieden und somit nicht nur Aussichtsfenster, sondern auch fast einen Balkon – auf diesem Deck gibt es nämlich einen Außenbereich mit Reling, über dem sich die Tender- bzw. Rettungsboote befinden. Sorgte ich mich vor Beginn der Reise noch um die Enge in der knapp 15 m²  großen Meerblickkabine (2 Betten unten, 2 Betten oben), war dies in der Rückschau unbegründet – wir waren nur zur Nachtruhe in unseren schwimmenden (aber nie schwankenden) vier Wänden und hatten auch beim zu Bett-Gehen keine Platzangst.

Speisendekoration auf Deck 8 vor dem Markt-Restaurant. Foto: Lars Friedrich

Speisendekoration auf Deck 8 vor dem Markt-Restaurant. Foto: Lars Friedrich

Wer mich nach meiner ersten Kreuzfahrt nach Eindrücken fragt, dem schwärme ich natürlich von den Ausflügen vor (die Adria-Tour ist ja wie eine Städtereise, nur dass man nicht ständig Koffer aus- und wieder einpacken muss), aber auch vom Essen an Bord. Die AIDAvita lockt mit drei Restaurants (Gesamtfläche 2.443 m²), wobei wir weder das bediente Gourmetrestaurant Rossini, noch das Buffet-Marktrestaurant mit zwei festen Tischzeiten besuchten, sondern an allen Tagen dem großzügigen Buffet-Restaurant Calypso die Treue hielten. Nicht nur die Fülle der unterschiedlichsten Gerichte, auch die ausgezeichnete und raffinierte Zubereitung der Speisen und die liebevolle Dekoration der Buffetbereiche ließen keine Wünsche offen.

Die AIDAbar. Foto: Lars Friedrich

Die AIDAbar. Foto: Lars Friedrich

Als Getränk wurde morgens gut gebrühter Kaffee sowie mittags und abends Tischwein (weiß oder rot zur Auswahl) und Wasser am Platz gereicht. Darüber hinaus standen zwei Bier-Zapfanlagen,  Saftspender und  Softdrinks am Spender zur Verfügung – und außerhalb der Restaurants lockten die Ocean Bar (Deck 7), die  AIDAbar (Deck 8), die Nightfly Bar (Deck 9) und die Anytime Bar mit Disco (Deck 10) allesamt mit moderaten Preisen ( 0,25 Pepsi Cola 2,10 €; Milchkaffee 2,50 €, 0,5 Schöfferhöfer Hefeweizen hell 3,70 €). Mein Tipp: Getränkekarte mit 135,- € Guthaben für 110,- €  kaufen und sich außerhalb der Restaurants über 18,5% Ersparnis freuen – von Nepp bei Nebenkosten also keine Spur!

Deck 11 umrandet den Poolbereich und bietet weitere Liegeplätze und im hinteren Bereich einen Joggingparcour. Foto: Lars Friedrich

Deck 11 umrandet den Poolbereich und bietet weitere Liegeplätze und im hinteren Bereich einen Joggingparcour. Foto: Lars Friedrich

„Goldeneye“, „View to a Kill“ und „Skyfall“ in der Bond-Soundtrack-Show. Foto: Lars Friedrich

„Goldeneye“, „View to a Kill“ und „Skyfall“ in der Bond-Soundtrack-Show. Foto: Lars Friedrich

Was das Freizeitangebot an unserem Seetag anging (wir mussten ja zunächst 492 nautische Meilen zwischen Venedig und Korfu zurücklegen), so blieben bei meiner Familie und mir keine Wünsche offen – auch wenn die Kinder nicht in den erst 2011 in der Cantieri del Mediterraneo-Werft in Neapel neu eingerichteten Clubbereich für Kids mit eigenem Pool am Heck und die Waikiki Teens Lounge auf Deck 10 mit einem fast ganztätigen Programm wollten;  wir hatten auf Deck 10 im Poolbereich (brrr, der war kalt) mit zwei Whirlpools (schön warm) und Achterschiff in der Hemingway Lounge, in der man Bücher und Gesellschaftsspiele ausliehen konnte, viel Kurzweil und waren an fast allen Abenden im schiffseigenen Theater. Hier genossen wir – und knapp 750 weitere Passagiere pro Abend – u.a. die amüsante Welcome-Show „Reif für die Insel“ und die große James Bond-Revue. Alle Shows wurden bestens dargeboten von einem zwölfköpfigen Ensemble, für das diese Reise die Denierenfahrt war, welches uns aber dennoch mitreißend und engagiert unterhielt. Nebenbei: Das Rentner-Vorurteil habe ich auch schnell gestrichen – bei unserer Fahrt waren mehr als 200 Kinder und Jugendliche mit an Bord.

Auf dem Weg in den Hafen von Korfu. Foto: Lars Friedrich

Auf dem Weg in den Hafen von Korfu. Foto: Lars Friedrich

Nicht meine Heimat: der Sportbereich auf Deck 9. Foto: Lars Friedrich

Nicht meine Heimat: der Sportbereich auf Deck 9. Foto: Lars Friedrich

Abschließend muss ich sagen, dass dies nicht die letzte Fahrt mit einem AIDA-Schiff gewesen sein wird – Talinn, St. Petersburg und die Ostsee locken bereits. Empfehlen möchte ich, zumindest auf der Route 3 durch die Adria, die zentralen Landausflüge in eigener Regie durchzuführen – Taxen finden sich in jedem Hafen und der Transfer ist deutlich preiswerter als auf den an Bord organisierten Touren in die Innenstädte. Enttäuscht war ich indes von der Präsentation der AIDA-Touren  – hier brauchen die Scouts sicher noch etwas Schulung, um die Besonderheiten auf den Ausflügen und in den Städten so zu präsentieren, dass erkunden, entdecken und träumen schon vor Ankunft im Zielhaften möglich wird.

Abschiedsshow auf Deck 10 - auf Grund der Lärmbestimmungen in Venedig bereits am vorletzten Abend. Foto: Lars Friedrich

Abschiedsshow auf Deck 10 – auf Grund der Lärmbestimmungen in Venedig bereits am vorletzten Abend. Foto: Lars Friedrich

Demnächst berichte ich auf meinem Blog über unsere Eindrücke aus der Lagune von Venedig, der Taxifahrt mit dem Angela Merkel-Fan Costas zum Sissi-Schloss auf Korfu und einem echten griechischen Gyrosessen, einem Bummel durch die Nudelgasse in Bari und einem Gebet am Grab des Heiligen Nikolaus, einem nicht ganz schwindelfreien Gang über die Stadtmauer von Dubrovnik und dem Bummel über das Forum Romanum in Zadar.

„Unsere“ AIDAvita im Hafen von Korfu. Foto: Lars Friedrich

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